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KaeptnCaipi

Exclusives Interview mit Larry Joshua (Cat) von Kleine Miss Jackie - Deutsch

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KaeptnCaipi

1. Zu Beginn würde ich gerne erwähnen, dass ich ein Bewunderer Ihrer Schauspielkunst in „Miami Vice“ als auch Ihrer Darstellung in „Spiderman“ und „Der mit dem Wolf tanzt“ bin. Ich freue mich, dass Sie sich die Zeit nehmen, ein paar Fragen zur Ihren Erlebnissen in der Episode „Kleine Miss Jackie“ zu beantworten.

 

Danke, Jim. Es ist mir ein Vergnügen.

 

2. Laut Fiona Flanagan, die „Jackie“ in dieser Episode spielt, war eigentlich Viggo Mortensen für die Rolle des „Cat“ vorgesehen, der aber wegen einer Krankheit nicht antreten konnte. So kamen Sie also sehr kurzfristig zu derRolle. Wie wurden Sie ausgewählt und wie schwierig war es für Sie, sich so kurzfristig in die Rolle des „Cat“ einzufühlen?

 

Ich hatte bereits für die Rolle vorgesprochen. Aber irgendwie war ich nicht die erste Wahl aus Sicht der Produzenten. Ich wusste damals nicht, welchen Schauspieler ich ersetzen sollte. Mein Agent sagte mir, ich solle nach Miami fliegen, und das allein war schon ziemlich cool, fand ich. Weil ich bereits das Drehbuch gelesen und vorgesprochen hatte, fühlte ich mich gut vorbereitet.

 

3. Im Grunde genommen war „Kleine Miss Jackie“ Fionas erste Erfahrung als Schauspielerin. Sie schrieb über Sie: „Ich mochte Larry Joshua. Er war sehr umgänglich.“ Wie war es für Sie, mit ihr zu arbeiten?

 

Ich erinnere mich, dass Fiona jung, aber talentiert war. Sie ist eine sehr aufgeschlossene Person, es war wunderbar, mit ihr zu arbeiten.

 

4. Ich habe festgestellt, dass Sie mit Fiona in Kontakt geblieben sind. Was denken Sie über ihre wieder aufgenommene Karriere als Sängerin?

 

Wir hatten erst kürzlich wieder Kontakt, sehr zu meinem Vergnügen. Als wir „Kleine Miss Jackie“ drehten, war eine Frau bei Fiona. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer sie war oder wie sie hieß. Aber sie war ziemlich abgefahren. Sie spielte mir eine Audiokassette (ja, eine Kassette!) mit Fionas Musik vor. Ich dachte bei mir, dass Fiona eine großartige „Rock-Röhre“ hatte – und ihr könnt mir glauben, dass ich sie streng beurteilte, denn ich spielte damals selbst in einer Band. Ich denke, es ist ihrem Talent und ihrem starken Willen zu verdanken, dass sie heute immer noch als Sängerin auf der Bühne steht.

 

5. Hattest du oder auch die anderen Schauspieler Gelegenheit, spontan eure Ideen in die Szenen der Episode einzubringen oder während der Aufnahmen zu improvisieren?

 

Fiona und auch Don und Michael waren zu jeder Zeit offen für Ideen. Sie waren alle von der Sache überzeugt.

 

6. Philip Michael Thomas hat den Ruf ein wirklich netter Mensch zu sein. Wie war es, mit ihm zu arbeiten?

 

Ja, er ist in der Tat sehr nett. Ich denke, Michael hat von Natur aus ein sonniges Gemüt, er war immer entspannt und heiter.

 

7. Das Drehbuch verlangte, dass Sie mjt Don Johnson interagieren. Was hatten Sie für einen Eindruck von ihm?

 

Ich habe es genossen, mit ihm zu arbeiten. Wir verstanden uns auf Anhieb. Ich war in „D.J.Ville“ (Miami), und das war total klasse. „Miami Vice“ war damals die angesagteste Sache, die man sich vorstellen konnte. Don und Michael wurden wie Rockstars gefeiert. Ich habe später noch einmal mit Don gearbeitet – in der Serie „Nash Bridges“, zusammen mitCheech.

 

8. Erinnern Sie sich noch an andere Schauspieler oder Crewmitglieder?

 

Der Großteil der Episode wurde auf der Straße gedreht, daher hatten wir eine Menge Personal, weil es wichtig war, die Zuschauer vom Drehort fernzuhalten. Ich kann mich leider an keinen Namen erinnern – aber sie kamen mir alle unglaublich nett vor.

 

9. An welche Gegebenheiten während der Dreharbeiten können Sie sich erinnern? Hatten Sie ausreichend Zeit, die Szene einmal durchzuspielen? Und dann die Szene in der Seitengasse, wo Cat Sonny überf.llt – haben Sie die am Stück gedreht?

 

Leon Ichaso, der Regisseur, hatte genaue Vorstellungen von jeder Szene. Wir haben den Großteil der Nacht gebraucht, um diese Überfallszene zu drehen. Wir haben sie Schritt für Schritt durchgespielt und geprobt, sodass niemand verletzt wurde. In der Regel kennen die festen Schauspieler einer solchen Serie die Crew, sie kennen ihre Rolle und denStil der Serie besser als der jeweiligen „Gast“-Regisseur. Trotzdem hat Leon seine Sache wirklich toll gemacht. Ich hatte übrigens das Glück, ein paar Jahre später noch einmal mit Leon arbeiten zu können – und zwar in dem Drama „Sugar Hill“.

 

10. Haben Sie „Miami Vice“ vor oder nach Ihrem Gastauftritt gesehen? Wenn ja, wie fanden Sie die Serie?

 

Ich war schon ein Fan der Serie, bevor ich den Job annahm. „Miami Vice“ war damals eine Serie, die man sehen MUSSTE. Die Serie war richtungweisend für das Fernsehen, in vielerlei Hinsicht.

 

11. Trotz der Tatsache, dass die Episode reine Fiktion ist und jeder natürlich die Motivation der Hauptfiguren unterschiedlich interpretiert, diskutieren Vice-Fans gerne verschiedene Fragen. Es wäre sehr interessant zu hören, was Sie zu diesen Punkten denken – wenn Sie eine Meinung dazu haben:a. Denken Sie, Cat ist ein sympathischer Charakter, weil seine Fixierung auf Jackie irgendwie nachvollziehbar ist, oder ist er schuldig, weil er ihre Morde toleriert hat?

 

Ich näherte mich der Rolle so: Menschen, die aus irgendeinem Grund von unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt wurde, leben in einer anderen Realität und folgen anderen Gesetzen. Es gab bei Cat mit Sicherheit einenKonflikt zwischen Überlebensinstinkt und Grundsatz, aber alles in allem denke ich, dass Cat ein guter Kerl war.

 

b. Tubbs ließ sich auf Jackie ein und setzte damit seine Karriere aufs Spiel – was für ihn komplett ungewöhnlich war. Geschah das, weil er sich zu Jackie hingezogen fühlte, oder war es bloß Sympathie für irgendein Mädchen, das vom richtigen Weg abgekommen war?

 

Ich bin mir sicher, dass er sich zu Jackie hingezogen fühlte. Das ist doch immer das Dilemma: Gefühle zu haben und trotzdem das Richtige zu tun.

 

12. Die Macher der Serie entschieden, der Musik eine ähnliche große Rolle beizumessen wie den Darstellern und den Drehorten. Wie gefällt Ihnen die Musik von Jan Hammer? Was sagen Sie zu den (damals) aktuellen Songs der Episode? Denken Sie, dass die Musikmischung ausgewogen ist und die Geschichte emotional beeinflusst?

 

Die Filmmusik von Jan Hammer und die Songs sind ohne Zweifel wichtige Werkzeuge, um die Geschichte zu erzählen. Die Musikauswahl für die ganze Serie war einfach brillant.

 

13. Können Sie sich andere Songs vorstellen, die Ihrer Meinung nach auch gut zum Soundtrack gepasst hätten?Bob Seger und die Silver Bullet Band "Her Strut"

 

14. In einer Szene folgen Sie Sonny auf einem Motorrad. Es sieht zwar so aus, als ob ein Stuntman in die Tür kracht – aber haben Sie nicht auch einige Motorradstunts gemacht?

 

Nein, habe ich nicht.

 

15. Können Sie sich noch an andere lustige Begebenheiten oder interessante Erfahrungen erinnern?

 

Ich kann nur sagen, ich habe wenig geschlafen und hatte eine großartige Zeit.

 

16. Das Ende der Episode war schon traurig – aber was denken Sie über das Drehbuch und die Geschichte?

 

Ich denke, es war sehr gut geschrieben und wurde sehr gut verfilmt. „This is what you want ... This is what you get” von Public Image gibt der Geschichte noch einen zusätzlichen Gruselfaktor.

 

17. Konnten Sie in Ihre Rolle irgendwelche persönlichen oder Erfahrungen aus früheren Drehs mit einbringen?

 

Man bringt immer etwas Persönliches von sich selbst mit ein in die Charaktere, die man spielt. Ich war so wie viele Schauspieler aus New York: Ich konnte unabhängig leben und der Unterreicht fand sowohl auf der Straße als auch im Klassenzimmer statt.

 

18. Was halten Sie von Miami und Miami Beach? Wenn Sie 1985 schon keine Zeit für die Sehenswürdigkeiten hatten, haben Sie das später nachgeholt?

 

Dadurch, dass ich aus New York komme, waren sowohl Miami oder auch die Ostküste von Florida nicht fremd für mich. Miami ist eine total angesagte Stadt. Ich habe mir damals die Stadt aber nicht weiter angeschaut, denn ich war gerade zum ersten Mal Vater geworden und hatte es sehr eilig, wieder nach New York zu kommen, als die Dreharbeiten beendet waren.

 

19. Von allen Rollen, die Sie jemals gespielt haben, welches war Ihre Lieblingsrolle?

 

Sergeant Bauer in „Der mit dem Wolf tanzt“

 

20. Ich denke, ich spreche jetzt für alle Fans und wünsche Ihnen, dass Sie auch weiterhin erfolgreich sind und das Leben genießen. Gibt es neben der Schauspielerei noch andere Projekte, an denen Sie arbeiten? Sind irgendwelche TV- oder Film-Rollen in der Mache?

 

Danke Jim, ich weiß alle die netten Worte und Wünsche sehr zu schätzen. Natürlich suche ich immer nach neuen Filmangeboten, aber daneben arbeite ich auch an einigen Buchprojekten. Nochmals vielen Dank.

 

Vielen Dank an miamijimf für das Interview und vielen Dank an Ell.a für die Übersetzung.

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